· 

Rockabilly Weinkult aus Österreich

Der Weinviertler Winzer René Pollak füllt echten Rock 'n' Roll in Flaschen ab. Das ist die Story hinter dem Wein vom Weingut „Rockabilly Weinkult“ in Niederösterreich.

 

René Pollak ist heute 40 Jahre alt und steht am liebsten mit einem Glas Wein im alten Gewölbekeller seines Vaters. Dort stehen in über 200 Jahre alten Weinregalen unzählige Flaschen mit edlen Tropfen. Wüsste man nicht , dass René eigentlich ein bodenständiger Winzer aus dem Weinviertel ist, noch dazu in der dritten Generation, könnte man meinen,der tätowierte, sympathische Typ sei Frontman einer Rockabilly Band ;-). Als Winzer ist er angetreten, um mit Rock ‘n’ Roll die 'verstaubte' Weinszene aufzuwirbeln.

Die Pomade, die Hornbrille und die derben Bikerjeans trägt er nicht, weil es gerade hip ist. „Rock ‘n’ Roll ist meine Lebenseinstellung“, sagt er. Das hat er schon als 14-Jähriger gespürt. Seine Helden sind damals Bill Haley, Johnny Cash und Elvis Presley. Als Teenager reist er von Festival zu Festival der Rockabilly-Fans, die das 50er-Jahre-Feeling mit Musik, Outfit und amerikanischen Oldtimern wieder aufleben lassen. Zu dieser Zeit weiß er noch nicht, dass der Name Rockabilly einmal seine Weinetiketten zieren wird.

 

Winzer werden wie der Vater oder Großvater? Der junge Rocker will sich das erst genau überlegen, geht also erstmal auf die Weinbauschule in Krems.




Danach ist für ihn die Sache allerdings klar. René hat keinen Bock auf den elterlichen Weinbetrieb und beginnt stattdessen eine Optikerausbildung. Ein Zufall will es, dass er sich Jahre später wieder mit dem Gedanken anfreundet, doch Weinbauer zu sein. Das 640 Einwohner Dorf Unterretzbach bietet das alte Dorfwirtshaus zum Verkauf an. René’s Bruder Harald, gelernter Koch, der seit vielen Jahren in Wien lebt, will sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und bewirbt sich für den Kauf. Die beiden Brüder stellen fest: „Wenn einer zurück geht, geht der andere auch!“. Harald bekommt den Zuschlag und René muss nun dringend mit seiner Frau Ramona sprechen. Denn die hat eigentlich keinen Bock auf Landleben...

Ramona und René sind seit zehn Jahren verheiratet und haben zwei Kinder. Da wirft man nicht mal eben das ganze Leben um. „Ich geh’ wieder nach Hause“, eröffnet er ihr eines Abends. „Ich kann das aber nur machen, wenn du mitgehst“. Ramona willigt überraschend ein. Es folgt ein klärendes Vater–Sohn-Gespräch und die Weichen sind gestellt. Die Idee, dem Weingut einen neuen Schliff zu verpassen, gefällt auch den Eltern gut.

Der Rebell ist zurück und 2013 wird ROCKABILLY WEINKULT geboren! Ein Jahr später kommt der erste Jahrgang auf den Markt. „Aus Liebe zum Wein und aus Liebe zum Rock ‘n’ Roll“ steht auf dem Etikett, das einen Kopf mit Elvis-Tolle und Schnurrbart ziert.

Gezeichnet hat es sein befreundeter Tätowierer. Matthias, Renés Cousin macht das Grafik-Design dazu. Gearbeitet wird im Wohnzimmer des Haupthauses, alles wird selbst hergestellt von der Postkarte bis zum Rockabilly Weinkult Bierfilzl.

 

Auf 30 Hektar bauen sie Veltliner, Sauvignon, Riesling, Merlot, Muskateller und Cabernet Sauvignon an, auf sandigen Böden aus Lehm-Lössgemisch. Kompliziert sind die Weine nicht, sollen sie auch nicht sein. „Sie müssen Spaß machen“, sagt René. Ein wenig provozieren will er damit natürlich auch. Denn die Kategorie „Spaß“ ist vielen renommierten Winzern fremd. Denn die ganze Branche scheint seit Jahren auf der Stelle zu treten. Innvationen sind höchst selten...


Rockabilly Weinkult Betty Rose 2020 750ml (11,5% vol.)

                          9,99 € *
13,32 € pro 1 l


Kenner sprechen beim Wein verkosten von verschiedenen Aromen wie blumig, frucht- und/oder säurebetont, erdigen Aromen oder auch schokoladigen Geschmacksnoten. Die Geschmacks- und Aromenpalette scheint fast endlos. Aber, warum soll ein Wein eigentlich nicht rocken? Anfangs wird der Rock 'n' Roll- Wein von Kennern und Kritikern belächelt und nicht für voll genommen. Wie immer, wenn Menschen etwas anders machen und Neues schaffen. Doch mittlerweile müssen auch Weinkritiker zugeben: Der „Stoanan“ überzeugt. Der Veltliner sei „knackig, zart rauchig und doch voller Exotik“. René muss lachen... „Der Wein rockt, sag ich doch.“

Mittlerweile hat der Wein eine riesen Fangemeinde in Deutschland und Österreich.

René Pollak ist auf seine Art stolz auf die Arbeit. „Ich bin von meinen Weinen so überzeugt, dass ich mir alle Motive, die auf den Etiketten stehen, auch tätowieren lasse“. Wie ernst das gemeint ist, belegen seine mittlerweile doch sehr bunten Arme. Auf einem Tattoo, ist der Todestag von Elvis Presley verewigt. Der 16.08. ist aber auch für Pollak ein Schicksalstag. „Ich feiere an dem Datum meinen zweiten Geburtstag. An diesem Tag vor einigen Jahren, überlebt er nur knapp einen Autounfall. Es dauert Monate, bis er wieder fit war, viele Narben am rechten Arm erzählen von dieser Geschichte. „Früher war ich ein wilder Hund“, sagt er. Jetzt lebt er bewusster. „Wie viele gute Veltliner kann ein Winzer in seinem Leben machen? Vielleicht zwanzig? Ein Koch hat’s da einfacher, der brät an einem Tag zwanzig perfekte Schnitzel.“ René ist seit dem Unfall noch offener für Experimente und glaubt an die Macht des Schicksals. Welchen Traum möchte er sich noch erfüllen? René schenkt sich noch ein Glas ein und lehnt sich an die alte Gewölbemauer. Falsche Frage. Was soll einer schon antworten, der seinen Traum seit Teenagerzeiten lebt? „Wenn die Dinge mal schiefgehen, laufe ihnen nicht nach“, hat Elvis Presley gesagt. Ich bin zufrieden, solange ich bei meiner Familie bin und Wein machen darf. Mehr geht nicht.“


FAZIT:

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Und wenn die Temperaturen steigen empfehlen wir definitiv einen gut gekühlten Weißen oder Rosé von René und Ramona Pollak vom Rockabilly Weinkult aus Niederösterreich.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0